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Aus dem Spitalalltag

27. August 2024

Überwinden einer Typhusinfektion

Nach über zwei Wochen qualvollen Bauchschmerzen mit Fieber und Durchfall wird die 12-jährige Guerline* ins HAS eingeliefert. Neben den Sorgen um die Tochter gibt es für die Familie zwei grosse Hürden zu überwinden: Die Eltern wissen nicht, wie die Heilkosten zahlen und den weiten Weg dorthin würden sie teils zu Fuss in Angriff nehmen müssen. Für ersteres hat die SPHASH vor vielen Jahren den Sozialdienst gegründet.

Bei der Aufnahme diagnostiziert Chefchirurg Dr. David Renelus eine durch Dünndarmperforation verursachte diffuse Bauchfellentzündung. Im Labor kann als Ursache eine schwere Typhusinfektion bestätigt werden.

 

Das Mädchen wird sofort operiert, erhält die nötige Behandlung und der temporär künstliche Darmausgang kann nach der Genesung wieder rückgängig gemacht werden.

Typhus kommt im Artibonite Tal leider immer wieder vor. Bleibt die schulmedizinische Versorgung zu lange aus, verursacht die Infektionskrankheit, wie geschildert, unsägliches Leid oder führt gar zum Tod. Zugang zu sauberem Trinkwasser hilft weitgehend, eine Infektion mit Typhus zu verhindern. So gehörte die Erschliessung von Trinkwasserquellen zu den ersten Projekten des Spitalgründers, Dr. Mellon. Ergänzend wird die Bevölkerung bis heute bezüglich Trinkwassers und Hygiene geschult.

 

*Name geändert

27.08.2024